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Eine interessante Meldung nicht nur für Volksbanken- und Raiffeisenkunden: "Genossenschaftsbanken verhandeln mit gelben Gewerkschaften" PDF Drucken
Mittwoch, den 01. September 2010 um 04:19 Uhr

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Arbeitgeberverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR) wegen seiner heute stattfindenden Tarifverhandlungen mit gelben Gewerkschaften scharf. "Statt mit ver.di zu verhandeln, sucht sich der AVR willfährige Verbände aus, die zwar kaum Mitglieder in der Branche haben, dafür aber nach seiner Pfeife tanzen", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong.
Die Verbände DBV und DHV hätten 2008 einen Tarifvertrag unterschrieben, der eine Variabilisierung von bis zu 14 Prozent des Jahresgehaltes zulasse. Das bedeute, dass die Beschäftigten nahezu zwei Monatsgehälter im Jahr verlieren können, wenn sie die häufig überhöhten Zielvorgaben nicht schaffen. ver.di halte diesen Abschluss für skandalös und erwarte vom AVR eine Rücknahme der völlig überzogenen Variabilisierung. Desweiteren fordere er den AVR auf, sich dem Tarifvertrag für das Bankgewerbe anzuschließen, den ver.di mit den Arbeitgebern der privaten und öffentlichen Banken abgeschlossen habe.

"In Zeiten, in denen überall von Fehlberatung und Vertrauensverlust für die Banken zu lesen ist, war eine solche tarifliche Regelung bereits 2008 kontraproduktiv, sie ist es nach der Finanzmarktkrise umso mehr", betonte Foullong. Sowohl Kunden als auch Bankberaterinnen und -berater würden unter kaum zu erreichenden Zielvorgaben leiden, durch die Berater gezwungen würden, dem Kunden Produkte zu verkaufen, die dieser nicht braucht und die für ihn sogar schädlich sein können. Ein "Verkaufen auf Teufel komm raus" widerspreche der Arbeitsethik der meisten Kundenberater.

"Mit uns wird es ein solches Tarifdiktat auch weiterhin nicht geben", erklärt der Gewerkschafter. ver.di sei im intensiven Dialog mit den Betriebsräten und Beschäftigten der Volksbanken und Raiffeisenbanken über das Vorgehen des AVR. Es sei damit zu rechnen, dass die Beschäftigten ihren Unmut in Aktionen deutlich machen würden, so Foullong.



Berlin, 31.08.2010, ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesvorstand www.verdi.de

V.i.S.d.P.: Martina Sönnichsen, ver.di-Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Internet: http://www.verdi.de


Warum „gelbe Gewerkschaften“ die Bezeichnung Gewerkschaft nicht verdienen

„Gelbe Gewerkschaften“ sind Arbeitnehmervereinigungen, die wirtschaftsfreundlich geprägt sind und Arbeitskampfmaßnahmen sowie konsequente Interessenvertretung der Beschäftigten ablehnen. Nicht selten wurden „gelbe Gewerkschaften“ von Arbeitgebern selbst gegründet oder zumindest gefördert. Ziele waren und sind die Schwächung der im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und der Aufbau arbeitgeberkontrollierter und arbeitgeberfreundlicher Vereine. Die Farbe Gelb kam dabei als Abgrenzung zu den „roten“ Gewerkschaften ins Spiel.

Als „gelbe Gewerkschaften“ können die in einigen Regionen aktiven Christlichen Gewerkschaften bezeichnet werden. Bereits vor knapp 20 Jahren hat das Bundesarbeitsgericht zwei dieser Vereinigungen die Tariffähigkeit abgesprochen.
Das Gericht begründete die Entscheidung mit der Einschätzung, dass die Christliche Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (CGBCE) sowie die Christliche
Gewerkschaft Holz und Bau (CGHB) keine Gewerkschaften im tarifrechtlichen Sinne sind. Bis heute kommt es regelmäßig zu gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Tariffähigkeit der Christlichen Gewerkschaften. Was von ihnen als Tarifvertrag
bezeichnet wird, ist nichts anderes als ein Geschenk an den Arbeitgeber.


Lohndumping, Streichung von Zuschlägen oder Verkürzung von Urlaubsansprüchen – die Palette der Gefälligkeiten ist breit. Allerdings sollte der Kampf darum, was eine Gewerkschaft kennzeichnet, kein ausschließlich juristischer sein. Es ist unsere Aufgabe, Beschäftigte über die Machenschaften der Christlichen Gewerkschaften aufzuklären. Und vor allem, sie zu motivieren und zu aktivieren. Für die Mitgliedschaft in ver.di. Für tarifpolitisches Engagement. Und damit für gute Tarifverträge.


Der billige Jacob - DHV,DBV und die Christlichen Christliche Gewerkschaft DHV gerät ins Zwielicht

REPORT MAINZ bekommt bei Test mit versteckter Kamera Dumping-Tarifvertrag in Aussicht gestellt vom 07.04.2008

Mainz. Die Christliche Gewerkschaft DHV gerät ins Zwielicht. Nach einem Beitrag des Politik-Magazins REPORT MAINZ im Ersten gibt es gravierende Indizien dafür, dass sich die Gewerkschaft von Arbeitgebern unterstützen lässt.

 
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