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Bertelsmann legt Fonds für innovative Education-Angebote in Europa und USA auf PDF Drucken
Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 16:16 Uhr

Übernommen von den NachDenkSeiten: Bertelsmann hat zusammen mit weiteren namhaften Geldgebern und Unternehmerpersönlichkeiten im Education-Bereich einen „University Ventures Fund I, L.P.“ aufgelegt. Der Fonds geht Partnerschaften mit führenden Hochschulen ein, um Studien- und Weiterbildungsprogramme im europäischen und US-amerikanischen Raum zu lancieren. Grundidee ist dabei, die privatwirtschaftlichen Stärken Unternehmertum, Kapital und Management-Expertise mit den akademischen Kompetenzen, der Qualitätssicherung und der Markenstärke traditioneller Hochschulen zu verbinden. Education-Angebote wie der Aufbau und Betrieb von Online-Studiengängen oder die Unterstützung von Bildungseinrichtungen bei Marketing, Technologie und Administration gewinnen weltweit stark an Bedeutung.

Der Fonds verfügt über eine Kapitalausstattung von gut 100 Mio. US-Dollar. Er wird von einer Gruppe erfahrener Investoren im Bereich der Hochschulbildung geführt. Für die ersten Jahre sind zwischen sechs und zehn Einzelinvestments geplant, von denen einige bereits initiiert wurden.
Die Partnerschaft mit University Ventures sichert Bertelsmann den frühen Einstieg in einen schnell wachsenden Markt, der Unternehmern und Investoren angesichts staatlicher Budgetkürzungen und der fortschreitenden Digitalisierung große Chancen eröffnet…
Quelle: Bertelsmann AG

Anmerkung WL (Wolfgang Lieb): Nachdem die Bertelsmann Stiftung mit ihrer Ideologie der „unternehmerischen Hochschule“, also der Entstaatlichung und der funktionalen Privatisierung der Hochschulen, den tertiären Bildungssektor in der zurückliegenden Dekade sturmreif geschossen hat, stößt nun der Bertelsmann Konzern nach und will aus diesem Zerstörungswerk Profit erzielen. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die ach so gemeinnützige Bertelsmann Stiftung nur der politische Wegbereiter für die Geschäftsinteressen des ihr zu über dreiviertel der Anteile gehörenden Bertelsmann Konzerns ist.
Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als dass dieser Universitäts-Wagnis-Fonds Online-Studienangebote, das Hochschulmarketing bis hin zur ausgelagerten Hochschulverwaltung an Studierende und Hochschulen profitträchtig verkaufen will. Ähnliches ist ja auch schon im Bereich der staatlichen Verwaltung, z.B. in Würzburg und in England versucht worden.
Das hat nichts mit einem Engagement für eine bessere Bildung zu tun: Die kaputt gesparten Hochschulen sollen nun mit ihrem verbliebenen restlichen „kulturellen“ Kapital vollends zur Beute des Finanzkapitals und privater Investoren werden.

Quelle: NachDenkSeiten


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