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Sparschwein Hochschule - Hintergrund. Nicht nur in der Krise wird im deutschen Bildungssystem gekürzt – Motivation und Verantwortungsbewußtsein sollen ausreichende Finanzen ersetzen PDF Drucken
Montag, den 01. März 2010 um 08:01 Uhr

Von Heidrun Jänchen in der jungen welt: Nach der Zahl der Bildungsoffensiven und Qualifizierungsinitiativen, die in den letzten Jahren beschlossen wurden, müßte Deutschland längst die beschworene Bildungsrepublik sein. Trotzdem gingen 2009 Tausende Studenten auf die Straße, um gegen unerträgliche Studienbedingungen zu protestieren. Vordergründig richtete sich die Kritik gegen die neuen Bachelorstudiengänge, die meist auf drei Jahre komprimierte Diplomstu­dien sind. Die Mißstände sind indes vielfältiger: Hauptseminare mit 90 Studenten, Wartezeiten für überfüllte Praktika, Professoren, die sich aus der Lehre zurückziehen, um Drittmittel einzuwerben …

Im Oktober 2008 beschlossen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten der Länder, daß die Aufwendungen für Bildung und Forschung gesamtstaatlich auf zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) steigen sollen – bis 2015. Bisherige Äußerungen zum Thema lassen ahnen, daß die Qualifizierungsoffensive ebenso wie die Arbeitslosenstatistik ein Fall für die kreative Buchführung wird. Daß die Bildungsausgaben steigen sollen, heißt noch lange nicht, daß auch mehr Geld fließt.

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