ver.di Betriebsgruppe der Fachhochschule Hannover

8. März - 99. Internationale Frauentag PDF Drucken
Montag, den 08. März 2010 um 14:20 Uhr

Anläßlich des heutigen 99. Internationalen Frauentages übernehmen wir die Texte des Newsletter vom Labournet. Neu im LabourNet Germany am Montag, 8. März 2010, speziell zum Internationalen Tag der Frauen:


I. Diskussion > Grundrechte allgemein

UN-Erklärung zu Frauenrechten: Gipfel der Ernüchterung

Die zuständige Kommission verabschiedete im Vorfeld der aktuell laufenden
UN-Frauenrechtskommission eine lasche Erklärung. Der Gipfel: NGOs wurden
nicht einbezogen. Artikel von Christa Wichterich in der taz vom 5.3.2010
http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/gipfel-der-ernuechterung-1/

II. Diskussion  > Arbeitsalltag: Arbeitsbedingungen allg.

Arbeit: Frauenalltag

a) "Jeden Schritt in Richtung Gleichberechtigung erkämpfen"

„Vor beinahe 100 Jahren fand der erste Internationale Frauentag statt.
Seither haben sich Frauen Stück für Stück mehr Rechte erkämpft. Von
Gleichstellung kann jedoch auch heute keine Rede sein. In der Krise laufen
vor allem Frauen Gefahr, an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt zu
werden. Wir sprachen mit Helga Schwitzer, geschäftsführendes
Vorstandsmitglied der IG Metall, über Aufstiegschancen,
Lohndiskriminierung und gewerkschaftliche Gleichstellungspolitik…“
Interview mit Helga Schwitzer bei der IG Metall vom 08.03.2010
http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-0A456501-65FE5600/internet/style.xsl/view_3728.htm

b) Wenig Grund zum Feiern: Frauen noch immer Arbeitskraft zweiter Klasse

Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE an die Bundesregierung
dokumentiert dramatischen Zuwachs prekärer Beschäftigung bei Frauen…“
Fraktionsinfo vom 08.03.2010
http://www.linksfraktion.de/nachricht.php?artikel=1452000849

c) Frauen und Krise: Gleiches Recht und Billiglohn?

„Täglich berichten die Medien von den Problemen in der Automobilindustrie,
der Elektro- oder Stahlbranche. Dass es hunderttausende KurzarbeiterInnen
gibt, dass die Arbeitslosenzahlen steigen, ist bekannt. Doch die
Bevölkerungsgruppe, die - neben ImmigrantInnen - am meisten von der Krise
betroffen ist, sind - Frauen. Sie waren die ersten, die ihre Jobs als
befristete oder LeiharbeiterInnen verloren, weil sie 70% der Beschäftigten
des Niedriglohnsektors stellen. Die Finanzkrise in den Kommunen trifft vor
allem die lohnabhängigen Frauen, wenn Kitas geschlossen oder Gebühren
erhöht werden oder wenn Jugendfreizeiteinrichtungen Dicht machen…“ Artikel
von Christine Schneider (arbeitermacht.de) in Linke Zeitung vom 03.03.2010
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=8215&Itemid=1

III. Diskussion  > Arbeitsalltag: Entlohnung > Lohnungleichheit bei
Männern und Frauen

Lohnungleichheit 2010

a) Frauen weiter deutlich schlechter bezahlt als Männer. In Deutschland
ist nach Angaben der EU-Kommission der Lohnunterschied zwischen Männern
und Frauen besonders groß

„Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern haben sich in den
vergangenen 15 Jahren in der EU kaum verringert und in einigen Ländern
sogar zugenommen. Das ist das Resümee der neuen EU-Kommissarin für Justiz
und Grundrechte, Viviane Reding. Mit Deutschland geht streitbare
Kommissarin besonders hart ins Gericht: "Frauen in Deutschland verdienen
im Durchschnitt 23,2 Prozent weniger als Männer", sagte sie der Welt…“
Dossier von Ralf Streck in telepolis vom 05.03.2010
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147198

b) Frauen weiter deutlich schlechter bezahlt als Männer: In Deutschland
ist nach Angaben der EU-Kommission der Lohnunterschied zwischen Männern
und Frauen besonders groß

„Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern haben sich in den
vergangenen 15 Jahren in der EU kaum verringert und in einigen Ländern
sogar zugenommen. Das ist das Resümee der neuen EU-Kommissarin für Justiz
und Grundrechte, Viviane Reding. Mit Deutschland geht streitbare
Kommissarin besonders hart ins Gericht: "Frauen in Deutschland verdienen
im Durchschnitt 23,2 Prozent weniger als Männer", sagte sie der Welt. Von
Deutschland erwartet die Luxemburgerin etwas anderes: "Deutschland ist
eines der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder und sollte mit
gutem Beispiel vorangehen, anstatt Nachzügler zu sein." Schon im
vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission Deutschland dazu aufgefordert,
die EU-Vorschriften zum Verbot der Diskriminierung auf Grund des
Geschlechts in Beschäftigung und Beruf vollständig umzusetzen…“ Beitrag
von Ralf Streck im Telepolis-Blog vom 05.03.2010
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147198

c) Durchschnittslohn: Putzfrauen und Floormanager

„Im Zweifel mit gesetzlichen Initiativen und Strafen will die
EU-Kommission berufstätigen Frauen zum gleichen Lohn verhelfen wie ihren
männlichen Kollegen. Denn mit "Betroffenheit" muss die zuständige
Kommissarin Viviane Reding feststellen, "dass sich die
geschlechtsspezifische Lohndifferenz in den vergangenen 15 Jahren kaum
verringert hat und in einigen Ländern sogar zunimmt."…“ Artikel von Werner
Balsen in der Frankfurter Rundschau vom 06.03.2010
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2388460_Durchschnittslohn-Putzfrauen-und-Floormanager.html

d) Der nächste Equal Pay Day findet am 26. März 2010 statt, siehe die
Aktionsseite
http://www.entgeltgleichheit.de/aktionen/dritter-equal-pay-day-2010/

IV. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Realpolitik > Arbeitsmarktpolitik allg.

Prekär statt Vollzeit. Flexibler Arbeitsmarkt benachteiligt Frauen

„Obwohl immer weniger Frauen in Deutschland eine Vollzeitstelle finden,
bewertet die Bundesregierung die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse
positiv: "Die Partizipation von Frauen wurde vergrößert", heißt es in der
Antwort zu einer Anfrage, die die Linken zum Frauentag gestellt hatten.
Insgesamt habe die Flexibilisierung die Aufnahmefähigkeit des
Arbeitsmarktes verbessert, bilanziert die Regierung…“ Artikel von
Franziska Schubert in der FR vom 08.03.2010
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2394829_Prekaer-statt-Vollzeit-Flexibler-Arbeitsmarkt-benachteiligt-Frauen.html

V. Diskussion > (Lohn)Arbeit: Realpolitik > Arbeitsmarktpolitik >
Mindestlohn > Mindestlohn und Gewerkschaften

Mindestlohn: Von Arbeit muss Frau leben können. ver.di-Frauen für
gesetzlichen Mindestlohn!

Die Aktionsseite samt Infos und Hintergründen bei ver.di
http://frauen.verdi.de/themen/tarifpolitik/mindestlohn

VI. Diskussion > Wipo > Arbeitsmigration > Alltag

Bürgerinnen statt Migrantinnen. Diskussion zur gesellschaftlichen Teilhabe
von Zuwanderinnen

Artikel Von Antje Stiebitz  im ND vom 08.03.2010
http://www.neues-deutschland.de/artikel/166558.buergerinnen-statt-migrantinnen.html

VII. Diskussion > Wipo > Finanzen > Finanzmarktkrise 2008: Frauen und Krise

a) Frauenpolitik: Frauen dürfen nicht zu Verliererinnen der Krise werden

„Das Jahr 2009 ist für Frauen ein Jahr der Feiern und Jubiläen. Seit 90
Jahren dürfen sie in Deutschland wählen. Vor 60 Jahren wurde der
Gleichstellungsartikel ins Grundgesetz geschrieben und seit 50 Jahren gilt
das Gleichberechtigungsgesetz. Doch nun kommt Sorge auf, Frauen könnten
die Verliererinnen der Wirtschaftskrise werden…“ IG-Metall-Meldung ohne
Datum
http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/view_81.htm

b) Finanzkrise trifft Frauen und Männer unterschiedlich. Mitmachkongress
der Attac-Finanzfrauen in Berlin

„Frauen und Männer sind von der Wirtschaftskrise und der Krisenpolitik der
Bundesregierung unterschiedlich betroffen. Darauf hat die
Attac-Projektgruppe Finanzfrauen anlässlich des Internationalen
Frauentages am morgigen Montag hingewiesen. So habe der größte
krisenbedingte Arbeitsplatzabbau bisher in Branchen stattgefunden, in
denen hauptsächlich Männer beschäftigt sind. Entsprechend seien auch die
Konjunkturpakete und die Kurzarbeit vor allem auf diese männerdominierten
Brachen ausgerichtet. "Die angesichts der leeren öffentlichen Kassen jetzt
zu erwartenden Sparmaßnahmen werden dagegen Frauen stärker treffen",
warnte Deborah Ruggieri von den Attac-Finanzfrauen…“ Pressemitteilung von
Attac Deutschland vom 7. März 2010
http://www.attac.de/aktuell/presse/detailansicht/datum/2010/03/07/finanzkrise-trifft-frauen-und-maenner-unterschiedlich-1/?cHash=8cd48b3a26

VIII. Branchen > Sonstige Industrie > Stoff- und Bekleidung

CCC fordert Grundlohn für Frauen in der asiatischen Textilindustrie

„Zum Internationalen Frauentag (08.März) macht die Kampagne für Saubere
Kleidung (Clean Clothes Campaign - CCC) auf die menschenunwürdigen
Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen in der asiatischen
Bekleidungsindustrie aufmerksam und fordert Unternehmen auf, einen
existenzsichernden Lohn zu zahlen. Gerade Frauen leiden schwer unter den
in der Branche üblichen Hungerlöhnen. Sie können ihre Familien trotz
harter Arbeit nicht ausreichend versorgen. Die ,Asia Floor Wage'-Kampagne
schlägt einen ,Asiatischen Grundlohn' vor, der Frauen und ihre Familien
aus der Armut befreien soll…“ Inkota-Presseankündigung zum Internationalen
Frauentag
http://www.inkota.de/fileadmin/user_upload/Themen_Kampagnen/Soziale_Verpflichtung_fuer_Unternehmen/afw/AFW_Frauentag_final%20%282%29.pdf

Siehe dazu die Aktionsseite: „Macht der Armut ein Ende! Kampagne für einen
‚Asiatischen Grundlohn’“
http://www.inkota.de/afw

IX. Internationales > Argentinien

»Frauen machen 70 Prozent der Belegschaften aus«

Arbeiterinnen in argentinischer Lebensmittelproduktion kämpfen für ihre
Rechte. Demonstration zum 8. März. Ein Gespräch mit Andrea D’Atri,
Sprecherin der argentinischen Frauenorganisation »Pan y Rosas« (Brot und
Rosen). Interview von Wladek Flakin in junge Welt vom 08.03.2010
http://www.jungewelt.de/2010/03-08/052.php

X. Internationales > Algerien

»Sie üben Verrat an uns«. Frauenrechtlerinnen im Maghreb kritisieren
unsolidarische Europäer.

Gespräch mit Wassyla Tamzali von Christine Belakhdar in junge Welt vom
05.03.2010
http://www.jungewelt.de/2010/03-05/007.php

XI. Internationales > Türkei

Kurdistan: Aktionen zum 8.März (Int.Frauentag)

„Seit fast 100 Jahren wird der 8.März als internationaler Frauentag
gefeiert und weltweit gehen an diesem Tag Frauen auf die Strasse um gegen
patriachale Zwänge zu protestieren. In Kurdistan und der Türkei, wo
patriachale und feudale Zwangstrukturen innerhalb der Familien und der
Gesellschaft noch sehr viel unvermittlter als in Europa wirken, hat der
8.März eine sehr viele grössere Bedeutung als in der BRD und wird
kämpferischer begangen. Grade die kurdische Frauenbewegung, die über eine
eigene Guerilla und eine eigene Partei verfügt, hat in den letzten Jahren
immer mehr Einfluss in den kurdischen Gebieten gewonnen und arbeitet
eifrig daran patriachale Zwangssystem auf den Müllhaufen der Geschichte zu
werfen. Eine kleine Zusammenfassung der bisher zum 8.März gelaufenen
Aktionen…“ Bericht von Ronahi bei indymedia vom 07.03.2010
http://de.indymedia.org/2010/03/275128.shtml

XII. Internationales > Afghanistan

Die reaktionärsten Elemente

„Zum heutigen Internationalen Frauentag fordern afghanische
Frauenrechtlerinnen den Abzug der westlichen Truppen vom Hindukusch. Die
Diskriminierung der Frauen sei unter der Besatzung und dem
Marionettenregime Karzai nach wie vor katastrophal, urteilt die älteste
und bekannteste afghanische Frauenorganisation RAWA. Ihren Befund
bestätigen neue Berichte von Menschenrechtsorganisationen. Während es in
der westlichen Propaganda immer noch heißt, man wolle die afghanischen
Frauen vor den Taliban schützen, geht die Abschaffung einstiger
Frauenrechte in Afghanistan tatsächlich auf eine westliche Intervention
zurück. Um prosowjetische Kreise von der Regierung in Kabul zu verjagen,
unterstützten USA und BRD seit 1979 die reaktionärsten Kräfte in
Afghanistan, die bei ihrer Machtübernahme Anfang der 1990er Jahre Frauen
in bis dahin beispielloser Weise diskriminierten. Zahlreiche damals zu
Einfluss gekommene Warlords gehören heute wieder zu den bevorzugten
Kooperationspartnern des Westens. Man wäre "besser dran", heißt es bei
RAWA, wenn der Westen rasch abzöge und "nicht Milliarden Dollar in die
Taschen der reaktionärsten Elemente der Gesellschaft schaufle"...“ Artikel
auf Informationen zur Deutschen Außenpolitik - german-foreign-policy.com
vom 08.03.2010
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57757?PHPSESSID=pt7uc7i6gdbnfbemkj5a9jif30

XIII. Internationales > Polen: Gegen Lebensschützer und katholische
Medienkampagne

Der Zweite Sieg Alicjas Tysiac ist der Sieg der Internationale Solidarität

„Das Urteil der Berufungsgerichts in Katowice vom 5 März 2010 ist ein
Geschenk an alle Frauen in Europa für den Internationalen Frauenrechtetag
vom 8 März. Der Gerichtshof hat die Berufung abgewiesen und das Urteil der
erster Instanz, zugunsten von Alicja Tysiac, bestätigt. Die kirchliche
Zeitung „Gosc Niedzielny” und der Erzbischof von Katowice werden die
Entschuldigung an Alicja Tysiac publizieren müssen dass sie bedauern, sie
mit Naziverbrecher verglichen zu haben und Hassreden gegen sie geführt zu
haben. Sie werden auch 30 000 Zlotys (ung. 8000 Euros) Entschädigung und
die Justizkosten zahlen müssen…“ Ein uns zugesandter Bericht von Monika
Karbowska und Teresa Jakubowska (pdf)
http://www.labournet.de/internationales/pl/tysiac.pdf

Siehe dazu auch:  Polen: »Die katholische Presse diffamiert sie als Mörderin«

Eine Polin wollte aus Gesundheitsgründen abtreiben lassen – und wird von
Kirchenzeitungen beschimpft. Ein Gespräch mit Annette Groth. Interview von
Gitta Düperthal in junge Welt vom 20.02.2010
http://www.jungewelt.de/2010/02-20/053.php

XIV. Internationales > Iran

Manifest der Frauenbefreiung im Iran

Manifest vom 22. Januar 2010 von Mina Ahadi, Mahin Alipour, Shahla
Daneshfar und Maryam Namazie (pdf)
http://www.labournet.de/internationales/iran/frauenmanifest.pdf

Siehe dazu auch: An Frauenrechts- und Menschenrechtsorganisation und an
alle fortschrittlich denkenden Menschen auf der Welt! 8 März 2010
Internationale Solidarität mit der  “Frauen-Revolution“ im Iran!

Aufruf zur Demo in Frankfurt am 8.März  um 17:00 Uhr Hauptwache (Zeil)(pdf)
http://www.labournet.de/internationales/iran/aufruf080310.pdf

XV. Diskussion > (Lohn)Arbeit: arbeitsmarkt- und sozialpolitische Aktionen
und Proteste 2010

Aktionen zum Frauentag

a) Frauentag in den ver.di-Landesbezirken
http://frauen.verdi.de/archiv/aktionstage/frauentag/frauentag_2010/aktivitaeten

b) Bundesweiter Aktionsüberblick zum Frauentag in junge Welt
http://www.jungewelt.de/2010/03-05/008.php

c) 8.maerz

„folgendes zettelchen wurde an einem schlecker in berlin klebend gefunden:
8. März Internationaler Frauenkampftag…“ Aktionsbericht vom 08.03.2010 bei
indymedia
http://de.indymedia.org/2010/03/275154.shtml

 

 
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