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Immer schärfer zeigt sich der Katastrophenkapitalismus auch im Norden PDF Drucken
Sonntag, den 11. Juli 2010 um 04:38 Uhr

Ein Kommentar von Thomas Gebauer, medico International: Langsam zeigen sich die Konturen der Krise. So oft von ihr in den zurückliegenden Jahren die Rede war, bekommen wir doch erst jetzt eine Ahnung dessen, was sie bedeuten könnte. Wir, das sind die Bewohner des privilegierten globalen Nordens, wo sich das Unheil bislang meist noch von der angenehmeren Seite gezeigt hat. Nun aber wird klar, dass sich die negativen Seiten des Katastrophenkapitalismus nicht mehr einfach nur exportieren lassen. Das destruktive Potential der herrschenden Wirtschaftsordnung, das bereits großen Teilen der Bevölkerung im globalen Süden die Lebensgrundlagen geraubt hat, bleibt nicht länger auf die anderen begrenzt. Die Katastrophe kehrt heim.

So erfahren die Folgen eines entfesselten Raubbaus an der Umwelt heute auch die Bewohner der Küsten Floridas. Wie gemeingefährlich der Slogan „Drill, drill, drill“ (Bohren, was das Zeug hält) war, mit dem die Regierung von George W. Bush der heimischen Industrie größtmögliche Profite sichern wollte, zeigt sich in einer nicht enden wollenden Katastrophe, für die am Ende keiner mehr gerade stehen will. Katastrophenstimmung auch in Deutschland. Bürgschaften in astronomischer Höhe werden notwendig, um den drohenden Staatsbankrott eines Mitgliedslandes der Europäischen Union abzuwenden. Waren es anfangs vor allem die Menschen im globalen Süden, die die Finanzmarktkrise zu spüren bekamen, hat diese nun auch den gesamten europäischen Wirtschaftsraum erfasst. Infolge der rigorosen Sparpolitik, die Deutschland Europa aufdrückt, drohen Deflation und Massenarbeitslosigkeit auf breiter Front. Aber auch Inflation und gar das Ende der Euro schließt die Finanzpresse nicht aus. So widersprüchlich die Prognosen, so verunsichert die Leute. Dennoch hat sich die schwarz-gelbe Regierung festgelegt: um Vermögende und Besserverdienende ja nicht höher, also angemessen zu besteuern, nimmt sie lieber die weitere Zerrüttung des gesamten Staatswesens in Kauf.

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Link: Den kompletten Text gibt es auf den Seiten von medico International.

 
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