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Sonntag, 27. November 2011, 11.00 Uhr Rolf Becker liest aus: »Das Recht auf Faulheit« - TAK – Theater am Küchengarten, Am Küchengarten 3–5, 30449 Hannover
1883 schrieb Paul Lafargue »Das Recht auf Faulheit – Die Widerlegung des ›Rechts auf Arbeit‹ von 1848«. Dieses Werk von Paul Lafargue wird oft zitiert, manchmal gelesen und selten verstanden. In welchem Kontext hat der Schwiegersohn von Karl Marx diesen Aufsatz geschrieben? Wie passt dazu der weit verbreitete Arbeitsfetischismus? Und war Gotthold Ephraim Lessing der Vordenker von Lafargue? Zum 100. Todestag von Paul Lafargue laden wir zur Lesung ein. Zum 100. Todestag von Paul Lafargue laden wir zur Lesung ein. Eintritt 6,00 Euro - Ermäßigt 4,00 Euro bei Vorlage des Hannover-Sozialtickets - Wir empfehlen den Vorverkauf beim TAK und im Infopoint der ver.di Höfe.
Arbeit als Zügel der Leidenschaft:
»Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die Einzel- und Massenelend zur Folge hat, quält die traurige Menschheit seit zwei Jahrhunderten. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen. Blinde und beschränkte Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott; schwache und unwürdige Geschöpfe, haben sie das, was ihr Gott verfl ucht hat, wiederum zu Ehren zu bringen gesucht. Ich, der ich weder Christ noch Ökonom, noch Moralist zu sein behaupte, ich appelliere von ihrem Spruch an den ihres Gottes, von den Vorschriften ihrer religiösen, ökonomischen oder freidenkerischen Moral an die schauerlichen Konsequenzen der Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft.«
Paul Lafargue wurde 1842 auf Kuba geboren. 1851 emigrierte die Familie nach Frankreich. Als Student schloß er sich der revolutionären Bewegung an. In Frankreich wurde er aus politischen Gründen vom Studium der Medizin ausgeschlossen. In London lernte er Karl Marx kennen und begeisterte sich für dessen Ideen. 1868 heiratete er dessen Tochter Laura. Paul Lafargue war politischer Organisator für die Internationale Arbeiterassoziation (1. Internationale) u.a. in Frankreich, Spanien, Portugal. Zur Deckung des Lebensunterhalts betrieb er in London eine Zeitlang ein Fotoatelier. 1882 zog er nach Frankreich um. Er kam zwei Mal in den Knast. 1911 beging er zusammen mit seiner Frau am 26. Novmber Selbstmord.
Eine Veranstaltung des ver.di Bildungswerkes, ver.di, Rosa-Luxemburg-Stiftung und TAK
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