ver.di Betriebsgruppe der Fachhochschule Hannover

TIPP | Lesung zum 100. Todestag von Paul Lafargue - Das Recht auf Arbeit? Das Recht auf Faulheit! PDF Drucken
Sonntag, den 16. Oktober 2011 um 06:24 Uhr

Sonntag, 27. November 2011, 11.00 Uhr Rolf Becker liest aus: »Das Recht auf Faulheit« - TAK – Theater am Küchengarten, Am Küchengarten 3–5, 30449 Hannover

1883 schrieb Paul Lafargue »Das Recht auf Faulheit – Die Widerlegung des ›Rechts auf Arbeit‹ von 1848«. Dieses Werk von Paul Lafargue wird oft zitiert, manchmal gelesen und selten verstanden. In welchem Kontext hat der Schwiegersohn von Karl Marx diesen Aufsatz geschrieben? Wie passt dazu der weit verbreitete Arbeitsfetischismus? Und war Gotthold Ephraim Lessing der Vordenker von Lafargue? Zum 100. Todestag von Paul Lafargue laden wir zur Lesung ein. Zum 100. Todestag von Paul Lafargue laden wir zur Lesung ein. Eintritt 6,00 Euro - Ermäßigt 4,00 Euro bei Vorlage des Hannover-Sozialtickets - Wir empfehlen den Vorverkauf beim TAK und im Infopoint der ver.di Höfe.

Arbeit als Zügel der Leidenschaft:

»Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder,
in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die
Einzel- und Massenelend zur Folge hat, quält die traurige Menschheit
seit zwei Jahrhunderten. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit,
die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft
gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige
Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und
die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen. Blinde und beschränkte
Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott; schwache
und unwürdige Geschöpfe, haben sie das, was ihr Gott verfl ucht
hat, wiederum zu Ehren zu bringen gesucht. Ich, der ich weder
Christ noch Ökonom, noch Moralist zu sein behaupte, ich appelliere
von ihrem Spruch an den ihres Gottes, von den Vorschriften
ihrer religiösen, ökonomischen oder freidenkerischen Moral an
die schauerlichen Konsequenzen der Arbeit in der kapitalistischen
Gesellschaft.«


Paul Lafargue wurde 1842 auf Kuba geboren. 1851 emigrierte die
Familie nach Frankreich. Als Student schloß er sich der revolutionären
Bewegung an. In Frankreich wurde er aus politischen Gründen
vom Studium der Medizin ausgeschlossen. In London lernte er Karl
Marx kennen und begeisterte sich für dessen Ideen. 1868 heiratete
er dessen Tochter Laura. Paul Lafargue war politischer Organisator
für die Internationale Arbeiterassoziation (1. Internationale) u.a. in
Frankreich, Spanien, Portugal. Zur Deckung des Lebensunterhalts
betrieb er in London eine Zeitlang ein Fotoatelier. 1882 zog er nach
Frankreich um. Er kam zwei Mal in den Knast. 1911 beging er zusammen
mit seiner Frau am 26. Novmber Selbstmord.

Eine Veranstaltung des ver.di Bildungswerkes, ver.di, Rosa-Luxemburg-Stiftung und TAK

 

 
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